Diabetischer Fuß

Diabetischer FußBei Diabetes handelt es sich um eine komplexe Erkrankung mit zahlreichen Folgeerscheinungen. Weil die Beschwerden die Lebensqualität einschränken können, sollte ein diagnostizierter Diabetes immer behandelt werden. Ansonsten kann zum Beispiel der Diabetische Fuß entstehen. Verschiedene Maßnahmen helfen, die Erkrankung zu mildern.

Diabetischer Fuß – Was ist das?

Zum diabetischen Fuß gehören verschiedene Krankheitsbilder. Experten sprechen ebenfalls vom „Diabetischen Fuß Syndrom“. Am häufigsten kommt es zum ischämischen und zum neuropathischen diabetischen Fuß. Bei dem ischämischen Erscheinungsbild wird das Gewebe des Fußes nicht mehr ausreichend durchblutet. Der neuropathische diabetische Fuß hingegen ist von einer verminderten Sensibilität gekennzeichnet. Die Hautnerven leiten vorhandene Reize eingeschränkt an das Gehirn weiter, wodurch diese gar nicht oder erst spät wahrgenommen werden. Mit beiden Ausprägungen der Erkrankung gehen unterschiedliche Symptome einher.
Der diabetische Fuß ist eine schwere Folgekrankheit des erhöhten Blutzuckerspiegels. Insgesamt leiden zwischen zwei und zehn Prozent aller Diabetiker unter den Beschwerden. Bei einem diabetischen Fuß spielt es keine Rolle, ob ein Diabetes des Typs 1 oder 2 vorliegt. Je länger die Zuckerkrankheit besteht und je schlechter die Blutwerte sind, desto größer ist das Risiko, am diabetischen Fuß zu erkranken. Bei einer erfolglosen Behandlung droht im schlimmsten Fall eine Amputation von Zehen, Fuß oder dem betroffenen Bein.

Diabetischer Fuß – Ursachen


Der diabetische Fuß lässt sich auf einen jahrelang erhöhten Blutzuckerwert zurückführen. Ist der Blutzuckerspiegel zu hoch, kommt es zu Schäden im Bereich von Blutgefäßen und Nerven. Diese treten sowohl im Fuß auf als auch im restlichen Körper.

 
Ischämischer Fuß

Von einem ischämischen diabetischen Fuß wird dann gesprochen, wenn die Durchblutung des Fußes stark eingeschränkt ist. Bei einem Großteil der Patienten liegen beschädigte Blutgefäße vor. Weiterhin kann der Diabetes zur arteriellen Verschlusskrankheit führen und auf diese Weise eine gesunde Durchblutung verhindern. 

Der vermehrte Anteil an Zuckermolekülen im Blut beschädigt die Innenwände der Blutgefäße. In der Regel treten die Erscheinungen zuerst in den Füßen und Unterschenkeln auf. Darüber hinaus können weitere Risikofaktoren die Durchblutung negativ beeinflussen. Dazu gehören vor allem Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Tabakkonsum. Die inneren Schichten des Gefäßes werden kontinuierlich beschädigt und das Gefäß in der Folge immer schmaler. Aufgrund der Verengungen fließt weniger Blut durch die Adern und es entsteht ein ischämischer diabetischer Fuß. Blut versorgt die einzelnen Zellen mit Sauerstoff. Durch die schlechte Durchblutung entsteht ein Sauerstoffmangel des betroffenen Gewebes. Die Zellen können absterben. Insgesamt führt die eingeschränkte Durchblutung zu einer geschwächten Abwehrfunktion. Krankheitserreger können leichter in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen.

Neuropathischer Fuß

Liegen vorwiegend Schäden im Bereich der Nerven vor, handelt es sich um einen neuropathischen Fuß. Durch die beschädigten Nerven ist die Wahrnehmung eingeschränkt und Verletzungen bleiben vermehrt unbemerkt, wodurch sie sich verbreiten und infizieren können. Wird der Fuß nicht gleichmäßig belastet, zum Beispiel durch unpassendes Schuhwerk, sind Knochenbrüche möglich, die teilweise aufgrund der stark eingeschränkten Schmerzwahrnehmung nicht bemerkt werden. Weiterhin stellen spitze Gegenstände, wie Nagelscheren, ein Verletzungsrisiko dar. Die mangelnde Schonung von Verletzungen verhindert eine schnelle Abheilung der Wunden. Bei einem Drittel aller Betroffenen lässt sich der diabetische Fuß nicht in neuropathisch oder ischämisch einteilen. Stattdessen liegt bei den Patienten eine Kombination aus beiden Ursachen vor.

Diabetischer Fuß – Symptome und Therapie?

Bei einem ischämischen diabetischen Fuß führt die mangelnde Durchblutung des Gewebes zu Verfärbungen der Haut. Diese nimmt einen blassen oder sogar bläulichen Ton an. Der Puls lässt sich im Bereich der Fußarterien nicht mehr ertasten und die Haut ist kalt. Die Verengung der Adern führt zu einer Unterversorgung der Muskulatur mit Blut. Deswegen machen sich krampfartige Schmerzen beim Gehen bemerkbar. Sind die Durchblutungsstörungen fortgeschritten, können sie bereits ohne vorliegende Belastung auftreten. Zehen und Fersen werden in der Regel besonders schlecht durchblutet. Dementsprechend nimmt das Abheilen von Wunden hier besonders viel Zeit in Anspruch. Die Verletzung wird schnell zum Geschwür, entzündet sich oder führt zum Absterben des umliegenden Gewebes.

Bei einem neuropathischen diabetischen Fuß führt die mangelnde Schonung von vorliegenden Verletzungen zu einer Vergrößerung von Wunden. Eine Fehlstellung des Fußes resultiert unter Umständen in Muskelschwund. Die unvorteilhafte Belastung verursacht eine vermehrte Bildung von Hornhaut. Weil diese Belastung Druckkräfte ausübt, klagen viele Patienten über Blutergüsse. Die Blutergüsse öffnen sich häufig im weiteren Verlauf und es kommt zu einem Fußgeschwür. Durch die offene Wunde können Bakterien leicht eindringen.

Bei einer Kombination aus neuropathischen und ischämischen diabetischen Fuß leiden Betroffene unter den Symptomen des ischämischen Fußes, ohne die Schmerzen jedoch wahrzunehmen.

Der diabetische Fuß wird durch Korrektur der Ursachen therapiert. Dafür müssen die Blutzuckerwerte gut eingestellt werden. Nervenschäden lassen sich nicht rückgängig machen. Der Langzeit-Blutzuckerwert sollte bei unter 6,8 Prozent liegen. Weiterhin müssen alle anderen Risikofaktoren ausgeschaltet werden. Patienten sollten weder rauchen noch erhöhte Cholesterinwerte haben.
Eine besondere Rolle kommt der Fußpflege zu. Die Füße sollten täglich auf Verletzungen untersucht und die Sohle zum Schutz vor trockener Haut und Rissen eingecremt werden. Bei vorliegenden Wunden ist eine frühzeitige Behandlung wichtig. Antibiotika helfen bei einer Entzündung weiter.

Was kann präventiv getan werden?

Diabetiker sollten jährlich einen Vorsorgetermin beim Arzt vereinbaren. Veränderungen im Bereich der Füße sollten direkt angesprochen werden. Zu enge und unbequeme Schuhe lassen sich durch spezifische „Diabetiker-Schuhe“ ersetzen. Das Pflegen der Füße trägt zur Früherkennung von Veränderungen bei. Besonders wichtig ist jedoch die richtige Einstellung des Blutzuckers. Je schlechter der Wert ist, desto größer das Risiko für einen diabetischen Fuß.

Pflege

Die Füße sollten jeden Tag inspiziert werden. Ein Spiegel hilft dabei, alle Bereiche nach Veränderungen abzusuchen. Druckstellen und Hornhautschwielen weisen unter Umständen auf das falsche Schuhwerk hin. Zur Pflege eignet sich eine rückfettende Waschlotion. Normale Seife trocknet die Haut aus und ist zu vermeiden. Die Haut sollte nicht abgeschrubbt, sondern mit einem Waschlappen gewaschen werden. Ein Fußbad darf nur drei Minuten andauern und sollte nicht über 35 Grad warm sein.

Schuhe

Passende Schuhe reduzieren das Verletzungsrisiko und tragen zu einer besseren Wundheilung bei. Deswegen sind orthopädische Schuhe* besonders empfehlenswert. Das Schuhwerk muss dem Fuß genug Platz anbieten können. Enge Schuhe schränken die Durchblutung ein.

Diabetikersocken

Darüber hinaus tragen Diabetikersocken zu einer guten Belüftung der Füße bei. Die Socken haben einen hohen Anteil an Baumwolle und verzichten auf Nähte. Durch die fehlenden Nähte sinkt das Risiko für Druckstellen. 

Fazit

Symptome, die auf einen diabetischen Fuß hinweisen, sollten niemals ignoriert werden. Unbehandelt drohen schwerwiegende Folgen. Deswegen ist es wichtig, dass betroffene Personen sich einer ärztlichen Therapie unterziehen und zu einer besseren Einstellung der Blutzuckerwerte beitragen. Sämtliche Risikofaktoren, wie Tabakkonsum und hohe Cholesterinwerte, bedürfen einer Korrektur.

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